
14.05.2026
Die Medienerziehung ist eine stetig wachsende Herausforderung für Eltern und die Schule. Viele Eltern fragen sich zum Beispiel, wann sie ihrem Kind ein eigenes Handy geben sollen; - alle anderen haben ja auch eins...
Die 3-6-9-12-Regel nach Serge Tisseron bietet Eltern und Schule eine einfache Orientierung für einen altersgerechten Umgang mit digitalen Medien. Sie zeigt auf, wann Kinder schrittweise an Bildschirmmedien, Internet und soziale Netzwerke herangeführt werden können.
0 bis 3 Jahre: Spielen und sprechen Sie mit dem Kind, schalten sie den TV aus, wenn das Kind im Raum ist. Digitale Tools sollten Kleinkinder nur in Begleitung nutzen – geben Sie diese nicht aus der Hand.
3 bis 6 Jahre: Beschränken Sie die Bildschirmzeit, nutzen Sie Medien gemeinsam und sprechen Sie in der Familie über das Gesehene. Kein Bildschirm zu Essenszeiten, vor dem Einschlafen oder um das Kind zu beruhigen.
6 bis 9 Jahre: Verwenden Sie Bildschirme kreativ und erklären Sie Ihrem Kind das Internet. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was ins Internet gehört, dass Daten dort nie ganz gelöscht werden und warum man nicht alles glauben darf, was man sieht. Zugriff auf Bildschirmmedien weiterhin zeitlich und auch örtlich beschränken. Im Schlafzimmer und Kinderzimmer haben Tablet, TV und PC nichts verloren.
9 bis 12 Jahre: Diskutieren Sie gemeinsam, ab wann ein eigenes Mobiltelefon Sinn ergibt. Entscheiden Sie, ob es sich empfiehlt, dass Kind online noch zu begleiten, und sprechen Sie mit dem Kind über das, was es online sieht und tut.
Ab 12 Jahren: Bleiben Sie verfügbar. Ihr Kind surft allein in dem von ihnen bestimmten Zeitfenster. Sprechen Sie über Downloads, Plagiate, Pornografie, Mobbing und Belästigung. Nachts sind WLAN und Handys ausgeschaltet.
Anfang 2026 hat sich die Mehrheit der Eltern der Klasse 1a entschlossen, ihrem Kind bis Ende der Primarschulzeit kein eigenes Handy mit Internetzugang abzugeben.
Sie taten dies auf Initiative einer Mutter hin und unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung.
Fachleute und ErziehungsexpertInnen warnen heute auch aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse vor den Gefahren, welche durch den zunehmenden Medienkonsum am Handy und die Nutzung von Social Media für Kinder bestehen. Ziel der Aktion ist deshalb:
Die Kinder erleben eine Primarschulzeit ohne die schädlichen Einflüsse, die durch den Besitz eines eigenen Handys absehbar sind. Durch die Absprache untereinander und das schriftliche Bestätigen dieser Absicht soll auf freiwilliger Basis auch dem Gruppendruck in der Klasse entgegengewirkt werden.
Die Schulleitung der Primarstufe Lausen begrüsst diese Elternitiative ausserordentlich und bietet u.a. mit ihren Kommunikationsinstrumenten gerne ihre Unterstützung für das Pilotprojekt an.
Falls Sie dieser Idee etwas abgewinnen können und allenfalls sogar an einer Thematisierung in der Klasse Ihres eigenen Kindes interessiert sind, wenden Sie sich bitte an die Initiantin Frau Mirjam Heiniger (mirj. heiniger@gmail.com) oder die Schulleitung (schulleitung@schule-lausen.ch).
Unser PICTS (pädagogischer ICT Support) hat für Sie eine Sammlung nützlicher Beiträge zum Thema "Medienbildung und digitale Medien zu Hause" erstellt. Sie finden darin Artikel zu folgenden Themen:
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